Wann, wie kam ich auf die Idee, dass dieser Weg auch mein Weg sein könnte?

Ich weiß nur, als ich das erste Buch von Rene Freund: „Bis ans Ende der Welt…zu Fuß auf dem Jakobsweg“ gelesen hatte, wohl eher ein Zufall, wurde in mir bewusst, das ich dieses Erleben eines Weges auch ausprobieren wollte. Ich werde den Jakobsweg mit dem Rad erfahren, das stand seither für mich fest.

Das ist nun sicher schon 5 Jahre her. Seit dieser Zeit, merke ich, das es immer mehr Menschen gibt, die schon mal dort waren, ob gewandert oder per Rad, und begeistert davon berichten. Ich habe jede Menge Reiseberichte im Internet, in Büchern gefunden und mit Begeisterung gelesen. Immer war ich auf den Reisen dabei, auch unterwegs.

Wir, Michael und ich, wollten den Weg gemeinsam unter die Radreifen nehmen, am besten von zu Hause ab. Das wären dann wohl an die 3000km, zwei bis drei Monate wollten wir einplanen, also ein Vorhaben für den geplanten Vorruhestand. Die Ausrüstung, Schlafsäcke, Isomatten, Zelt und Geschirr haben wir uns nach und nach gekauft, und sind dann im  Sommer 2006, sozusagen als Generalprobe mit Sack und Pack von Flensburg über Fünen, Mön nach Kopenhagen und dann nach Bornholm gefahren.  Ja und seither, weil erstens  Michaels Arbeitgeber uns einen Strich durch die Rechnung machte: kein Vorruhestand - das heißt, keine Zeit alles in einer Tour zu erfahren, und für Teilstücke mit aufwendiger An- und Abreiselogistik ist Michael nicht zu begeistern, und zweitens weil es auch an der Ostsee ganz schön hügelig war, möchte mein Mann nicht mehr durch die Eifel und über die Pyrenäen fahren, jedenfalls nicht per Rad, höchstens mit dem Auto als Begleitfahrzeug für seine Frau, die er nicht gerne alleine fahren lassen möchte. 

So nun gilt es also einiges unter einen Hut zu bringen. Überlegungen, was machbar ist und was auch noch meinem geplanten Weg entspricht.

Also fange ich erst einmal in der Heimat an, denn auch von Bonn ab führt ein Teil des Jakobsweges Richtung Nordspanien.