ein Streifzug durch die 8 Jahrzehnte, vorgetragen von Brigitte und Harald

80ter Geburtstag von Dorle Kirberg

1. Jahrzehnt 1928 -1938 von Brigitte :

Liebe Dorle, liebe Geburtstagsgesellschaft,

der zweite Gang des Festmenüs ist ein kleiner Streifzug durch die acht Jahrzehnte, die seit dem 17.August 1928 vergangen sind,

Was Du selbst über den Tag Deiner Geburt weißt, ist nicht viel: Bis zuletzt, weil ja Erntemonat war, hatte Deine Mutter auf dem Feld und im Garten gearbeitet, und dann kamst Du auf die Welt – in dem Haus, das vor dem jetzigen genau an der Stelle gestanden hatte, Du hattest schon eine Schwester, Elli, anderthalb Jahre alt; Du warst und bliebst das Jüngste.
 
In der großen weiten Welt außerhalb von Althornbach erfand in Deinem Geburtsjahr     Walt Disney die Micky Maus, es waren Olympische Spiele, Paul von Hindenburg war Reichspräsident. Das Penicillin wurde entdeckt, und der Schauspieler Hardy Krüger und der Sänger Chris Howland kamen auf die Welt. Man sprach von den Goldenen Zwanziger Jahren: Die Damen entdeckten die endlose Zigarettenspitze, abends trugen sie Perlenketten, Boas, Stirnbänder und –skandalös- den Bubikopf.

 

2. Jahrzehnt 1938 – 1948 von Harald:

Liebe Mutti, in Dein zweites Lebensjahrzehnt fallen Krieg, Evakuierung und das leider vergebliche Warten auf die Rückkehr Deines Vaters.

Bemerkenswert für die damalige Zeit ist, dass Du mit 15 Jahren eine Ausbildung bei der Sparkasse beginnst. Offenbar hattest Du fortschrittlich denkende Eltern,

 

3. Jahrzehnt 1948 – 1958 von Brigitte:

Über Deinem nächsten Lebensabschnitt steht die Überschrift:

Liebe, Ehe, Familie

Du lernst Ottmar Bettscheider in der Tanzschule kennen (ein gut aussehender junger Mann, „e schöner Bu“), 1950 ist Hochzeit, 1952 wird Harald geboren, 1956 Roland. Und Ihr baut Euer Haus, in das Ihr 1954 einzieht, selbstverständlich mit Deiner Mutter zusammen, die Zeit ihres Lebens mit Dir unter einem Dach gelebt hat.

 

4. Jahrzehnt 1958 – 1968 von Harald:

Wenn ich an dieses Jahrzehnt zurückdenke, kommt mir Dein unglaublicher Fleiß in Erinnerung: Du hattest zwar nach meiner Geburt bei der Sparkasse aufgehört, aber neben Deinem bekannten Ehrgeiz, Haus und Hof immer tiptop zu haben, warst Du als Aushilfe in der Gärtnerei Schery in Hornbach tätig (Blindschleichen) und fingst 1960 beim Bekleidungshaus Emrich in Rimschweiler an. Um Roland und mich hat sich die Oma gekümmert. (An Roland gewandt) Wie oft haben wir wohl zu höhren bekommen: „Warte nur, bis die Mutti nach Hause kommt ….“

Unser Leben veränderte sich von einem Tag auf den anderen, als im Mai 1968 unerwartet und viel zu früh unser Vater starb.

Danach wollte ich Dir das Autofahren beibringen …

 

5. Jahrzehnt 1968 – 1978 von Brigitte:

Du lernst Fritz kennen, ich glaube, Ihr wart zusammen im Gesangverein Althornbach?

Harald geht 1974 als Lehrer in die Eifel, Roland knüpft beruflich (und privat) Bande in das Saarland.

Harald und ich lernen uns kennen und heiraten 1978. Ich meine, Elke, es war der erste „offizielle Termin“, den Du in der Familie wahr genommen hast? (30 Jahre!)

 

6. Jahrzehnt 1978 – 1988 von Harald:

Du wirst noch mal Schwiegermutter durch die Hochzeit von Roland und Elke am 08.08.1981. Und Du wirst Oma! 1980 wird Sarah geboren, 1982 Marc.

In die 80er Jahre fällt Eure Campingzeit in Lothringen / Frankreich. Dort haben Du und Fritz gemeinsam mit Irmchen und Schorch viele schöne Sommer – Wochenenden verbracht.

1988 gehst Du nach genau 30 Jahren bei Emrich in den Ruhestand. Und auch das wirft ein Licht auf Deinen Fleiß und Deine Zuverlässigkeit: Deine Arbeitgeber sagen: Wenn’s Dorle geht, hören wir auf!

 

7. Jahrzehnt 1988 – 1998 von Brigitte:

Das wissen wir alle: Freud und Leid liegen oft nah beieinander. 

Einen Tag vor ihrem 90ten Geburtstag stirbt Deine Mutter, Oma Gustchen, knapp drei Jahre später Fritz nach schwerer Krankheit.

Du und Fritz und Eure Freunde Lore und Otto hattet Euch während eines Spanienurlaubs mit einem Ehepaar aus Siegburg angefreundet: Willi und Maria. Nach dem Tod von Fritz finden der Witwer Willi und Du zusammen, und es läuteten sogar noch mal die Hochzeitsglocken.

 

8. Jahrzehnt 1998 – 2008 von Harald:

Du konntest da Leben für ein paar Jahre in vollen Zügen genießen, Ihr wart viel auf Reisen und hattest eine glückliche Zeit.

Dass Du seit Willis Tod trotzdem nicht alleine bist, hängt damit zusammen, dass Du den Kontakt zu Familie, Freunden, Verwandten und Nachbarn immer in besonderer Weise gepflegt hast.

 

9. Heute / Gäste, von Brigitte:

Das beweist ein Blick in diese Runde. Denn alle – so steht es in Deiner Einladung – die Deinen Lebensweg begleitet haben und Dir besonders wichtig sind, sind jetzt hier:

Deine Familie: Roland, Elke, Marc und seine Freundin Insi, wir beiden, und die angeheiratete Familie: Irmchen und Mathilde, Verena und Martin.

Deine Verwandten: Hildegard, Michael und Andrea, Jürgen, Ilse, Tanja, Wolfgang.

Und eigentlich gehören alle anderen auch zur Familie: Deine besten Freunde Trudchen und Albert (Lob von uns Kindern!), die lieben Menschen rund um Dein Haus: Roaslinde und Gerd, Annelie und Eddi, Luise und Horst, und die aus dem Dorf: Marianne und Wolfgang, Deine Perle Martha, Kriemhilde und Kurt.

Die weiteste Einladung hattest Du nach Norwegen geschickt – zu Sarah und Tino. Doch die beiden sind nur in Gedanken bei Dir und bei uns: Denn seit 17 Tagen bist Du Uroma. Nemi lässt grüßen,  sie hat vorgestern zum ersten Mal gelächelt, „wie Mona Lisa“, finden die glücklichen Eltern.