Meine weiteren Überlegungen

Ende September fahren wir von der Flämingroute im Süden Berlins mit dem Auto über Magdeburg – Paderborn – Siegen die Strecke, die ich ursprünglich mit dem Rad erfahren wollte. Einfach mal schauen, was ich mir erspart habe.

Mein Entschluss, dass ich eher zu Fuß pilgern werde, hat sich bestätigt. Und so erarbeite ich meinen Plan für April / Mai 2009. Als Startpunkt kann ich mir Pamplona oder Burgos, jenseits der Pyrenäen vorstellen. Den steilen Aufstieg direkt zu Beginn der Pilgertour und auch die weit auseinander liegenden Refugien, und damit den "run" auf eine Übernachtung, brauche ich ganz einfach nicht. Es gibt auch später noch ausreichend Anstiege. Geplant ist per Zug über Paris nach Irun und von dort mit Bus oder Bahn nach Pamplona oder direkt nach Burgos anzureisen. Die Rückreise ca. 40 Tage später plane ich mit dem Flieger ab Santiago de Compostela. Es keimt die Idee, das Tasja und Marie dorthin kommen, um mich abzuholen. Die Zeit wird zeigen, was kommt.  

© Andrea Brückner August 2008

Es geht weiter

Informationsabend der Jakobsvereinigung am 07.November 2008 in Paderborn.

Anreise mit dem Zug, und schon steht mir Sankt Jakobus bei, ich erreiche Köln pünktlich, nach mir haben alle Züge auf der linken Rheinstrecke aus Süden kommend mehrstündige Verspätung. In Paderborn angekommen, schnell durch die Stadt, auch hier sollte man keinen  Einheimischen fragen, die haben einfach keine Ahnung. 

Komme 1/2 Stunde vor Beginn im Liborianum  an und dort sind schon jede Menge Menschen im Gespräch. Ich bin überrascht, wie schnell sich der Saal füllt. Von wo die Menschen alle angereist sind, ist erstaunlich, es sind unter anderem Hamburger, Essener, Hessen hier. Wir werden begrüßt, es sind ca. 100 Personen, davon die Hälfte Pilger und die andere Hälfte neugierige Neupilger, wie ich. An den Tischen entstehen schnell interessante Gespräche, viele Fotoalben werden gezeigt, und die Augen der Erzählenden strahlen, wenn sie vom Weg berichten. Wir Neuen werden umfassend informiert, was in den Rucksack soll, viele Tipps werden notiert. So vergehen 3 Stunden, ein Chor singt noch 2 Lieder und ich verabschiede mich vor der Andacht, um meinen Zug nach Hause zu erreichen.

Viele neue Infos zu Startorten, Wegzeiten wollen in den nächsten Wochen verarbeitet werden. Spanisch ist nicht zwingen notwendig, aber hilfreich, also werde ich einen zweiten Versuch starten, mir einen kleinen Wortschatz anzueignen. Hola camino

Das Jahr 2009 hat begonnen

Mein Schatten im Schnee

Ruhig haben wir den Jahreswechsel begonnen. In den zwei Wochen Urlaub sind wir viel spazieren gegangen. Inzwischen hat es ordentlich geschneit und nicht nur über NRW liegt eine Kältefront, so dass sich sogar im Rheinischen Flachland der Schnee seit einer Woche hält. Es ist wunderschön draußen im Schnee, aber unterwegs auf dem Camino möchte ich zu dieser Zeit doch nicht sein.

 Meine Planungen sind weitergegangen. Manche Frage wurde im Internetforum gelöst, manche Sehenswürdigkeit auf dem Weg ins Programm aufgenommen, so z.B. Eunate, die Kirche, die einen kleinen Umweg erfordert, auf dem Weg nach Puente de Reina. 

Zu Weihnachten wurde mir von den Kindern ein Puzzle geschenkt; der Jakobsweg mit 1000 Teilen. 12 Puzzleteile pro Tag sollte ich zusammenlegen damit ich fertig bin, wenn ich starte, haben meine Enkel ausgerechnet.   

Nach langem Überlegen wegen der Knöchelprobleme am rechten Fuß, habe ich mir nun doch halbhohe feste Wanderschuhe gekauft und war am letzten Wochenende damit, allerdings ohne Rucksack, 15km unterwegs. Die Sohle ist stabil und gibt mir ausreichend Halt. Ich muss sie halt noch einlaufen. 

Es sind nur (?) noch 95 Tage bis zu meinem Start, und ich werde langsam unruhig, aber ich freue mich auch unendlich auf das was kommt, das Unbekannte – Unvorhersehbare - Unplanbare. Ich werde in den nächsten Tagen den Rucksack packen und dann auch immer tragen auf den weiteren Touren, damit sich Rücken, Füße und Knie daran gewöhnen.  

Nächste Woche kann ich die Bahnkarten im Internet buchen, dann habe ich mich zumindest für die Hinreise festgelegt, vielleicht bin ich aber auch nur eine Entscheidung los, und werde entspannter.   

Ein Daunenschlafsack wird mich begleiten, es ist schon hier zu hause in mancher Nacht, in der ich ins Gästezimmer auswanderte,  zu meinem Kokon geworden, so wohl fühle ich mich darin, warm und geborgen – er wird unterwegs meine Heimat sein.       

Den Spanischkurs habe ich nicht mehr belegt, hätte nur noch an fünf Abenden den Unterricht mitmachen können, so spät fängt er an, also lasse ich mir vom Ipod Spanisch auf die Ohren legen und folge den Lektionen beim spazieren gehen und wandern.    

Ich hatte gedacht, ich könnte die letzten Wochen vor dem Start abschalten, würde ruhiger werden, da doch an alles gedacht wurde, aber nichts ist damit. Und immer öfter werde ich gefragt, was sagt dein Mann dazu? Ja auch er wird unruhiger. Manches Mal frage ich mich, ob es zu egoistisch ist, losgehen zu wollen, Freude zu haben auf meinem Weg, obwohl Michael sich um mich sorgt. Ich denke sein „Weg“ zu Hause wird schwerer, als meiner unterwegs, denn ich weiß wo ich bin, wie es mir geht (hoffe ich zumindest). Wir werden eine Art der Kommunikation finden, die für uns Beide tragbar ist was Häufigkeit und Medium (Telefon / Internet) betrifft.   

Weitere Gedanken werde ich hier ab und an ergänzen.    

     

schon Februar 2009

Nun war ich mit der Gruppe "Carnevale di Venezia Bonn" zur 1.Venezianischen Parade in Rosheim bei Straßburg und in Venedig zur Eröffnung des dortigen Carnevale. Ein TV - Team der Deutschen Welle hat uns zur Eröffnung und zum Engelsflug auf dem Markusplatz begleitet. Es war ein wunderbares Wochenende.

Ab Aschermittwoch werde ich ich mich dann ganz auf meinen Jakobsweg konzentrieren. Ich starte am 13.04.2009 (Ostermontag), habe Fahrkarten für Züge von Bonn - Köln - Paris bis Irun gebucht und den Anschlussbus nach Pamplona auch schon reserviert. Komme dort (wenn alles klappt) am Dienstag Mittag an und werde dann in der Casa Paderborn (Herberge der Jakobsfreunde Paderborn) übernachten  und ab dem 15.4. in meinem Tempo meine Kilometer (ca. 600km) pilgern., so plane ich etwas 30 Etappen zu 20km, das heißt die Berge vor Burgos werde ich wohl eher mit dem Bus umfahren, denke ist zu dieser frühen Jahreszeit ist es dort noch unwegsam. Meine Anfangsetappen habe ich geplant, um eine gewisse Sicherheit zu haben aber dann lasse ich mich wohl eher von dem Weg aufnehmen und leiten, ich denke und vertraue darauf, der Weg wird mich gehen, ich muss mich nur darauf einlassen.
Sicher finde ich immer mal wieder ein Internetanschluß unterwegs, um Berichte und Fotos auf unserer Homepage einzustellen bzw an Michael zu schicken, der sie dann einstellt. Ich habe nun alle kleinen und großen (aber leichten) notwendigen Utensilien zusammen, werde in den nächsten Tagen den Rucksack packen (sicher mehrmals umpacken) und dann auf meinen Wanderungen hier im Umfeld tragen.
Ich freue mich auf dieses Erlebnis und bin gespannt auf alles Neue.